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04.11.2009 Der Plan von GM doch nicht zu verkaufen
in GAZ - Europa 05.11.2009 16:29von wolga-forum-deutschland • Forumbetreiber | 745 Beiträge | 747 Punkte
Der gewagte Plan von GM
Mit der Entscheidung, Opel zu behalten, blamiert General Motors die deutsche Regierung – und begibt sich selbst auf einen riskanten Kurs.
Zumindest das Schlimmste ersparte Fritz Henderson der Kanzlerin. Der Chef von General Motors (GM) wartete am gestrigen Dienstagabend, bis Angela Merkel in Washington auf dem Weg zum Flieger zurück nach Berlin war, um seine Botschaft zu verkünden: GM wird seine europäische Tochter Opel behalten und in Eigenregie sanieren. Für Merkel bedeutet das eine schwere politische Niederlage.
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Monatelang hatte sich die Kanzlerin für einen Verkauf von Opel an das Konsortium um den austrokanadischen Zulieferer Magna International starkgemacht – einen Deal, den GM nun kurzerhand platzen lässt. Ein paar Stunden früher, und Merkel hätte gleich in Washington ihr Scheitern eingestehen müssen. So konnte sie in der Nacht ihren Sprecher das Bedauern der deutschen Regierung ausrichten lassen und selbst schweigen.
Es ist die vorerst letzte Wendung im Übernahmekampf um Opel, und sie sorgt in Berlin für heftige Irritationen. Hatte man sich nicht mit GM auf Magna als Käufer für Opel geeinigt, und hatte nicht der GM-Verwaltungsrat eben jenen Verkauf erst im September gebilligt? 1,5 Milliarden Euro Überbrückungskredit hatte der deutsche Staat bereitgestellt, damit sich die Adam Opel GmbH aus dem GM-Verbund lösen konnte. Drei weitere Milliarden sollten als Bürgschaft für den neuen Käufer Magna hinzukommen. Auch die Arbeitnehmer hatten zugesichert, auf jährlich 265 Millionen Euro verzichten zu wollen, um dem Verkauf den Weg zu ebnen. Das Geschäft schien fast in trockenen Tüchern.
Jetzt aber, nach Monaten zäher Verhandlungen und Bemühungen, ist Opel aus Sicht der Deutschen wieder dort, wo das Unternehmen Anfang des Jahres stand. Die verhassten GM-Manager haben weiter das Sagen, wieder steht die Schließung mehrerer Opel-Werke in Deutschland im Raum. Opel-Betriebsratschef Klaus Franz spricht von einem "schwarzen Tag für Opel". Als "völlig unakzeptabel" bezeichnet der neue Wirtschaftsminister und FDP-Politiker Rainer Brüderle das Verhalten der amerikanischen Manager.
Im Verwaltungsrat von GM sieht man die Dinge freilich etwas anders. Einige Mitglieder des Gremiums hätten sich gefragt, warum die Regierung und die Gewerkschaften in Deutschland derart stur auf Magna als Käufer beharrten, berichtet das Wall Street Journal. Zugleich ärgerte man sich darüber, dass man dem deutschen Staat überhaupt einen derart großen Einfluss im Übernahmekampf von Opel eingeräumt hatte. Den europäischen Markt weitgehend zu verlassen, der russischen Autoindustrie einen Technologievorsprung zu bescheren, und das alles ohne Gegenleistung – das war für viele Manager von vornherein nur eine Notlösung. Als GM-Chef Fritz Henderson den Verkauf an Magna im September durchsetzte, lag die Rettung von GM durch den amerikanischen Staat noch nicht allzu lange zurück. Damals war der Autokonzern in einer schwachen Position.
Nun aber, wenige Monate später, ist das Selbstbewusstsein der Amerikaner wieder gestärkt. Lediglich 40 Tage brauchte General Motors Mitte des Jahres, um aus der Insolvenz zurückzukehren. Im Oktober verkaufte GM im heimischen US-Markt erstmals seit 21 Monaten rund fünf Prozent mehr Autos als im Vorjahresmonat. Auch die Absätze am europäischen Automarkt erholten sich dank staatlicher Abwrackprämien zuletzt ein wenig. Das alles weckt offenbar in Detroit die Hoffnung, GM als global agierendes Autounternehmen aus eigener Kraft erfolgreich neu auszurichten zu können. Dazu kann man den ungestörten Zugriff auf das im Rüsselsheimer Opel-Entwicklungscenter gebündelte Know-how für sparsame Kompaktautos gut gebrauchen. Diese Technologie ist schließlich auch die Basis für GM-Fahrzeuge, die in China, Südamerika oder anderen Wachstumsmärkten den Konzern wieder nach vorne bringen sollen.
Auf drei Milliarden Euro schätzt GM die Kosten für die Restrukturierung von Opel. Schon bald werde man den betroffenen Staaten – also Deutschland, Spanien, Großbritannien, Österreich, Polen und Belgien – einen Sanierungsplan vorlegen, verspricht GM-Chef Henderson. Das Unternehmen hofft dabei auch auf Staatshilfe aus Europa. Deutschland, so berichtet das Wall Street Journal, soll nach dem Wunsch von GM zwei Milliarden zur Verfügung stellen, um die Sanierung zu unterstützen.
Ob der Plan von GM aufgeht, ist allerdings fraglich. Nach Ansicht des Duisburger Automobilexperten Ferdinand Dudenhöffer gehen die Amerikaner mit der Entscheidung ein "großes Risiko" ein. Der Kampf um den stagnierenden, europäischen Markt werde hart geführt, das Management in Detroit habe "keinen Ansatz", wie das Europageschäft zu betreiben sei. Stattdessen beginne man nun in Detroit damit, den "x-ten Restrukturierungsplan für Opel auszuarbeiten".
Indem GM nun die Kooperation mit Magna ausschlägt, versperren sich die Amerikaner zugleich einen leichteren Zugang zum möglichen Wachstumsmarkt Russland. Das Magna-Konzept sah vor, dass Opel hier künftig 700.000 Autos pro Jahr verkauft. Auch fasst man in der deutschen Politik das Vorgehen von GM als Affront auf, die Auseinandersetzung um mögliche Staatshilfen dürfte hart geführt werden. Generell werde es schwierig für GM, in Europa für neue Vorhaben Kredit zu erhalten, sagt Dudenhöffer. Blieben aber neue Produkte auf der Strecke, werde das die Umsätze weiter einbrechen lassen.
Das größte Problem dürfte hingegen werden, die Mitarbeiter bis hinauf zum europäischen Management von der neuen Wendung zu überzeugen. Das Verhältnis zwischen der Führung in Detroit und den Gewerkschaften und Arbeitern in Europa ist zerrüttet. Die Opelaner dazu zu bringen, wieder motiviert und produktiv für General Motors zu arbeiten, wird ungeheuer schwer werden. Zur Entspannung dürfte auch nicht beitragen, wenn nun die GM-Spitze den deutschen Arbeitern mit dem Gang in die Insolvenz droht, falls diese nicht von ihrem Widerstand gegen den neuen und alten Mehrheitseigner ablassen.
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Wie hart die Einschnitte für die deutschen Opel-Mitarbeiter am Ende werden, ist noch offen. Als sich GM im März grundsätzlich dafür entschieden hatte, das Europageschäft loszulassen, sagte GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster: "Wir haben 30 Prozent Überkapazität in Europa." Was das für die dort liegenden Fabriken bedeute, schob er gleich hinterher: "Drei Werke" zu schließen, das sei die betriebswirtschaftlich sinnvollste Lösung.
Opel drohen massive Einschnitte
Die Stimmung zwischen Opelanern und dem Mutterkonzern General Motors ist eisig: GM droht mit Insolvenz – und Europachef Foster erwartet "massive Einschnitte" bei Opel.Nach dem langen Hin und Her soll Opel nun doch nicht an Magna verkauft werden. Was das bedeutet, kann noch niemand wirklich abschätzen
Nachdem der US-Konzern General Motors seine Rüsselsheimer Tochter Opel doch nicht verkaufen sondern selbst sanieren will, erwartet GM-Europa-Chef Carl-Peter Foster massive Einschnitte bei der Tochtergesellschaft. "Wir hatten einen guten Sanierungsplan ausgehandelt, der auf dem Tisch lag und fertig war. Jetzt besteht die Gefahr, dass die vernünftige Verteilung der Lasten wieder aufgeschnürt wird und alles von vorne beginnt", sagte Foster der Bild-Zeitung. "Sicher ist: Es wird auch bei dieser Lösung massive Einschnitte geben."
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Auch Forster habe die GM-Entscheidung überrascht: "Wir haben mit dieser Entscheidung nicht gerechnet", sagte der Opel-Aufsichtsratsvorsitzende dem Blatt. "Wir müssen schnellstens mit der Konzernmutter Verhandlungen aufnehmen und alle offenen Fragen klären." Das werde sicherlich einige Zeit dauern.
GM droht Opelmitarbeitern mit Insolvenz
Zwischen GM und den Opelanern, die einen Verkauf Opels an Magna favorisiert hatten, herrscht eisige Stimmung. Am Nachmittag hatte der Autobauer General Motors die Arbeitnehmer von Opel unter Druck gesetzt, ihren Beitrag für eine Sanierung von Opel auch unter dem Dach von GM zu leisten. Es sei nur im Interesse der Gewerkschaften, mit dem Opel-Mutterkonzern zu verhandeln, teilte GM Europe am Mittwoch mit. Sollte es zu keiner Einigung über die nötige Restrukturierung kommen, hätte dies eine Insolvenz von Opel zur Folge.
Die Opel-Beschäftigten hatten zuvor Proteste und Warnstreiks gegen den geplanten Verbleib des Rüsselsheimer Autobauers bei GM angekündigt. Die Mitarbeiter wollten sich nicht von GM erpressen lassen, erklärte Opel-Betriebsratschef Klaus Franz. Aus seiner Sicht sei das Konzept von GM für Opel nicht tragfähig. Die Mitarbeiter würden deshalb schon am Donnerstag vor den Werkstoren am Stammwerk in Rüsselsheim, in Bochum, Eisenach und Kaiserslautern protestieren.
Die Zugeständnisse der Arbeitnehmer waren weitreichend: Auf Teile des Weihnachts- und Urlaubsgeldes bis 2011 sowie vorübergehend auf Tariferhöhungen und Einzahlungen in die Betriebsrentenkasse wollten sie verzichten. Allerdings stand die Einigung unter dem Vorbehalt, dass Magna bei Opel tatsächlich zum Zug kommt.
Nach der überraschenden Entscheidung von General Motors, Opel doch nicht verkaufen zu wollen, will die Bundesregierung den US-Konzern nun in die Pflicht nehmen und fordert ein Konzept, wie Opel unter dem Dach des US-Autobauers saniert werden soll. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die sich deutlich verärgert über das Vorgehen von GM zeigte, wird voraussichtlich in den kommenden Tagen mit US-Präsident Barack Obama über das weitere Vorgehen sprechen.
Ein Treffen mit dem Opel-Betriebsratschef Klaus Franz hat am Mittwoch bereits stattgefunden. Dort habe man sich auf Bedingungen für eine Opel-Rettung nach dem Abbruch der Investorengespräche verständigt. Es bestehe Einigkeit, dass die Entscheidung des Opel-Mutterkonzerns General Motors "für Opel und seine Mitarbeiter nicht zu zusätzlichen Belastungen führen darf", teilte eine Regierungssprecherin nach dem Treffen mit.
Das eingeforderte neue Konzept müsse rasch kommen und "insbesondere die Sicherung von Arbeitsplätzen im Blick haben". Die industrielle und technologische Leistungsfähigkeit von Opel müsse gestärkt werden.
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GM hatte den monatelang geplanten Verkauf von Opel an ein Konsortium um den Zulieferer Magna in der Nacht zum Mittwoch überraschend abgesagt. Merkel wurde erst kurz vor ihrem Rückflug aus Washington informiert. Nach Darstellung der Bundesregierung hat es keine Hinweise gegeben, dass die US-Regierung unmittelbar mit der Entscheidung des GM-Gremiums befasst war.
GM will Überbrückungshilfen zurück zahlen
GM zeigte sich bereit, die Überbrückungshilfe – wie von der Bundesregierung gefordert – zurückzuzahlen. Deutschland hatte Staatshilfen von bis zu 4,5 Milliarden Euro für New Opel mit europaweit 50.000 Beschäftigten und rund 25.500 Mitarbeitern in den vier deutschen Opel-Werken zugesichert. Ein möglicher Wunsch von GM nach Staatshilfen wird nach Angaben des Wirtschaftsministeriums gegebenenfalls geprüft. Letztlich könne dies aber erst beantwortet werden, wenn das Sanierungskonzept vorliege. Brüderle sagte, alle bisherigen Zusagen seien hinfällig. "Wir haben eine völlig neue Ausgangssituation." GM habe das gleiche Recht wie andere Unternehmen, einen Antrag auf Hilfen zu stellen: "Der Ausgang einer Prüfung eines Antrags ist offen."
Der Beschluss, Opel nicht zu verkaufen, stößt bei deutschen Politikern auf massive Kritik. "Die Entscheidung ist eine Zumutung für die Beschäftigten von Opel, die unvorstellbaren Belastungen ausgesetzt sind", sagte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD). "Dieses Verhalten von General Motors zeigt das hässliche Gesicht des Turbokapitalismus", sagte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU). Die Spitze von GM lasse die Arbeitnehmer im Regen stehen. "Wir werden weiter für Opel und den Standort Bochum kämpfen", kündigte er an.
Quelle: http://www.zeit.de
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Europas GM-Chef verlässt den Konzern
in GAZ - Europa 06.11.2009 11:48von wolga-forum-deutschland • Forumbetreiber | 745 Beiträge | 747 Punkte
Europas GM-Chef verlässt den Konzern
(lc) Carl-Peter Forster, Europa-Chef von General Motors, verlässt den Konzern. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Spiegel online.
Forster hatte sich für einen Verkauf von Opel an Magna/Sberbank ausgesprochen. Die plötzliche Kehrtwende des GM-Verwaltungsrats, Opel nun doch nicht an den kanadisch-österreichischen Zulieferer verkaufen, könne Forster nicht nachvollziehen. US-Manager Nick Reilly, der bislang für das Asiengeschäft und die Billig-Marke Chevrolet verantwortlich war, soll nun die Sanierung des Europageschäftes leiten.
GM Europe gibt dazu bisher keinen Kommentar ab.
Quelle: http://magazine.web.de/de/themen/finanze...en-Konzern.html
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RE: Europas GM-Chef verlässt den Konzern
in GAZ - Europa 09.11.2009 10:51von wolga-forum-deutschland • Forumbetreiber | 745 Beiträge | 747 Punkte
Zu Guttenberg hin zu Guttenberg her. Ich bin ein Kind des Osten und ich wurde so erzogen den Amis nichts zu glauben und den Russen nicht zu trauen.
Naja aber wenn ich in der Regierung etwas zu sagen hätte würde ich Opel einfach fallen lassen. Weil dieses Pokerspiel geht ja schon seit Jahren. Ich bin nun seit 7.5 Jahren hier in Dortmund am arbeiten und bekomme das Opel hin und her in Bochum ja direkt mit. Wie gesagt Amis geht es nur um das große geld. Oder warum gibt es soviel Gegner für die von Obama angekündigte Krankenkasse für alle?
naja sehen wir weiter, Freunde entstehen bei dieser Geschichte glaube nicht.
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